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Afrikanische Republik auf der gleichnamigen Insel im Indischen Ozean, 587 041 km², 18 Mio. Einwohner, Hauptstadt Antananarivo, Amtssprachen Französisch, Malagasy und seit 2006 auch Englisch.
Land und Leute
Madagaskar ist im Inneren sehr gebirgig (im Norden bis fast 3 000 m) und fällt zu den Küstenstreifen steil ab. Der durch Brandrodung gefährdete tropische Regenwald bedeckt den feuchten Osten und Nordwesten, während im Süden und Westen Trockenwälder und -savannen vorherrschen. Die schwarzen Madagassen siedeln v. a. im Osten (wichtiger Hafen Toamasina) und gehören zu unterschiedlichen Stämmen und Religionen (etwa 45 Prozent Christen, sonst animistische Kulte), das Bildungs- und Gesundheitswesen ist wenig entwickelt. Zur besseren Ausstattung fehlen die Mittel, da Madagaskar ein armes Agrarland ist trotz vieler, aber wenig erschlossener Bodenschätze (Bauxit, Kohle, Erdöl, Gold u. a). Auch die Industrie hat daher nur Schwerpunkte in der Nahrungsmittelverarbeitung, im chemischen Bereich und auf dem Erdölsektor.
Geschichte
Die Europäer fanden auf Madagaskar zu Beginn des 16. Jh. eine malaiische Bevölkerung vor, die sich hartnäckig gegen Kolonisierung wehrte. Erst im 19. Jh. konnten Missionare Fuß fassen, auf deren Einfluss Reformen des damals die ganze Insel beherrschenden Merina-Reiches zurückgingen. 1885 proklamierte Frankreich ein Protektorat über Madagaskar, musste aber hart um die Sicherung seines Anspruchs kämpfen. Im 2. Weltkrieg wurde die französische Herrschaft nachhaltig geschwächt, die Unabhängigkeitsbewegung erhielt Auftrieb. 1958 musste Paris die Selbstständigkeit im Rahmen der Französischen Gemeinschaft und 1960 die völlige Lösung vom Mutterland gewähren. Das Land aber wurde weiter von sozialen Unruhen erschüttert, die zu sozialistischen Experimenten führten. In den letzten Jahren werden die Beziehungen zur einstigen Kolonialmacht wieder fester geknüpft und demokratische Strukturen wurden geschaffen.